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Wärmepumpe

Luft-Wasser vs. Erdwärme: Welche Wärmepumpe passt zu Ihnen?

Wärmepumpe|9 Min. Lesezeit|Hausbilanz Redaktion|3. Februar 2026
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Wie funktionieren die verschiedenen Typen?

Alle Wärmepumpen nutzen das gleiche Prinzip: Sie entziehen einer Wärmequelle Energie und heben sie auf ein höheres Temperaturniveau. Der Unterschied liegt in der Wärmequelle:

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Nutzt die Außenluft als Wärmequelle. Ein Ventilator saugt Luft an und entzieht ihr über einen Wärmetauscher Energie. Vorteil: Günstig, einfach zu installieren. Nachteil: COP sinkt bei kalten Außentemperaturen, Geräuschentwicklung.

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): Nutzt die konstante Erdwärme (8–12°C) über Erdsonden (Tiefenbohrung 50–200m) oder Flächenkollektoren (1,5m tief, große Gartenfläche). Vorteil: Konstant hoher COP, leise. Nachteil: Hohe Erschließungskosten, Bohrgenehmigung nötig.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Nutzt Grundwasser (10–12°C) als Wärmequelle. Erfordert zwei Brunnen (Saug- und Schluckbrunnen). Vorteil: Höchster COP. Nachteil: Wasserrechtliche Genehmigung, Grundwasser muss verfügbar sein.

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Technischer Vergleich

KriteriumLuft-WasserSole-WasserWasser-Wasser
COP (Jahresschnitt)2,8 – 3,53,8 – 4,54,5 – 5,5
Investition (10 kW)15.000 – 25.000 €20.000 – 30.000 €22.000 – 35.000 €
Laufende Kosten/Jahr1.600 – 2.000 €1.200 – 1.500 €1.000 – 1.300 €
PlatzbedarfAußengerät (1 m²)Garten 200-400 m² oder Bohrung2 Brunnen
GenehmigungKeine (meist)BohrgenehmigungWasserrecht
Geräusch45 – 60 dB(A)Leise (im Haus)Leise (im Haus)
Lebensdauer15 – 20 Jahre20 – 25 Jahre20 – 25 Jahre
Marktanteil~80%~15%~5%
Info
Die Mehrkosten für Erdwärme amortisieren sich durch den höheren COP. Bei hohem Wärmebedarf (>15.000 kWh/Jahr) ist Erdwärme oft wirtschaftlicher über 20 Jahre.
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Entscheidungshilfe: Welcher Typ für Sie?

Luft-Wasser ist die richtige Wahl, wenn: - Budget begrenzt ist - Kein Garten / keine Bohrung möglich - Wärmebedarf unter 15.000 kWh/Jahr - Schnelle Installation gewünscht (1–3 Tage) - Vorlauftemperatur unter 50°C

Sole-Wasser ist die richtige Wahl, wenn: - Gartenfläche oder Bohrmöglichkeit vorhanden - Hoher Wärmebedarf (>15.000 kWh/Jahr) - Leiser Betrieb wichtig (Schlafzimmernähe) - Langfristiger Investitionshorizont - Kühlung im Sommer gewünscht (passive Kühlung über Erdsonde)

Wasser-Wasser ist die richtige Wahl, wenn: - Grundwasserzugang vorhanden - Sehr hoher Wärmebedarf - Maximale Effizienz gewünscht - Budget für höhere Investition vorhanden

Tipp
Die meisten Hausbesitzer fahren mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe am besten — sie bietet das beste Verhältnis aus Kosten, Aufwand und Effizienz.
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Kombination mit Photovoltaik

Die Kombination von Wärmepumpe und PV-Anlage ist die wirtschaftlichste Lösung:

Warum WP + Solar ideal zusammenpassen: - Die Wärmepumpe verbraucht den meisten Strom im Winter — PV liefert in den Übergangsmonaten erhebliche Erträge - Im Sommer wird der PV-Überschuss für Warmwasser und optionale Kühlung genutzt - Der PV-Eigenverbrauch steigt durch die Wärmepumpe von ~30% auf ~50–60% - Stromkosten der Wärmepumpe sinken um 25–40%

Rechenbeispiel (10 kWp PV + Luft-WP): - WP-Strombedarf: 5.000 kWh/Jahr - Davon aus PV: ~1.500 kWh (30%) - Ersparnis: 1.500 × 0,38 = 570 €/Jahr - Über 20 Jahre: ~15.000 € zusätzliche Ersparnis

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