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Kombination

PV + Wärmepumpe + E-Auto: Das Komplettsystem für maximale Autarkie

Kombination|12 Min. Lesezeit|Hausbilanz Redaktion|6. Februar 2026
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Das Dreifach-System erklärt

Die Kombination aus Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Elektroauto ist das Energiesystem der Zukunft — und funktioniert schon heute zuverlässig in tausenden deutschen Haushalten. Das Prinzip ist bestechend einfach: Die PV-Anlage auf dem Dach erzeugt Strom, die Wärmepumpe nutzt diesen Strom zum Heizen und das E-Auto wird ebenfalls mit Solarstrom geladen.

Warum gerade diese Kombination?

Jede Komponente für sich ist bereits sinnvoll. Doch zusammen entsteht ein Synergieeffekt, der die Einzellösungen weit übertrifft:

  • PV allein: Eigenverbrauchsquote 25–35 %, da tagsüber mehr Strom erzeugt als verbraucht wird
  • PV + Wärmepumpe: Eigenverbrauchsquote 40–55 %, da die Wärmepumpe den Überschussstrom nutzt
  • PV + Wärmepumpe + E-Auto: Eigenverbrauchsquote 60–80 %, da das E-Auto als flexibler Verbraucher dient
  • PV + Speicher + WP + E-Auto: Eigenverbrauchsquote 75–90 %

Der entscheidende Punkt: Mehr Eigenverbrauch bedeutet weniger Strom aus dem Netz zu 38 ct/kWh und weniger Einspeisung zu nur 8,2 ct/kWh. Jede selbst verbrauchte kWh spart Ihnen also knapp 30 Cent.

Info
Das Dreifach-System ersetzt drei fossile Systeme gleichzeitig: den Netzstrom (teilweise), die Gas-/Ölheizung und den Benziner/Diesel. Damit decken Sie die drei größten Energieposten eines Haushalts mit einer einzigen Energiequelle ab — Sonnenstrom vom eigenen Dach.

Wie funktioniert das Zusammenspiel im Alltag?

An einem sonnigen Tag im Mai läuft das System so ab: Ab 8 Uhr morgens produziert die PV-Anlage mehr Strom als der Haushalt verbraucht. Der Überschuss fließt zuerst in den Batteriespeicher. Ist dieser voll, schaltet die Wärmepumpe ein und erwärmt den Warmwasserspeicher — auch wenn gerade keine Wärme benötigt wird (thermische Speicherung). Steht das E-Auto in der Garage, wird es über die Wallbox geladen. Erst wenn alle Verbraucher bedient sind, wird der Rest ins Netz eingespeist.

Im Winter kehrt sich das Bild teilweise um: Die PV-Anlage liefert weniger, die Wärmepumpe braucht mehr. Doch selbst im Januar deckt eine gut dimensionierte Anlage 20–30 % des Gesamtstrombedarfs. Das E-Auto wird dann verstärkt abends über günstigen Netzstrom geladen — idealerweise mit einem dynamischen Stromtarif zu Niedrigpreiszeiten.

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Dimensionierung: So groß muss das System sein

Die richtige Dimensionierung ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit. Zu klein dimensioniert, verschenken Sie Potenzial. Zu groß, investieren Sie unnötig viel. Hier ein praxiserprobter Leitfaden für ein Einfamilienhaus mit 4 Personen.

PV-Anlage: 10–15 kWp

Als Faustregel gilt: Belegen Sie so viel Dachfläche wie möglich — der Strom wird gebraucht. Eine 10-kWp-Anlage reicht für den reinen Haushaltsstrom, aber mit Wärmepumpe und E-Auto sollten es mindestens 12–15 kWp sein.

VerbraucherJährlicher StrombedarfEmpfohlene PV-Größe
Haushalt (4 Personen)4.000 – 5.000 kWh5 kWp
Wärmepumpe (EFH 140 m²)3.000 – 5.000 kWh4 kWp
E-Auto (15.000 km/Jahr)2.500 – 3.500 kWh3 kWp
Gesamt9.500 – 13.500 kWh12–15 kWp

Wärmepumpe: 6–12 kW thermisch

Die Leistung richtet sich nach der Heizlast Ihres Gebäudes. Nach einer Dämmung (empfohlen!) liegt die Heizlast eines typischen EFH bei 40–80 W/m². Für 140 m² bedeutet das 6–11 kW thermische Leistung.

Tipp
Wählen Sie eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle. Damit kann der Wechselrichter oder das Energiemanagement-System die Wärmepumpe gezielt bei Solarüberschuss einschalten. Das erhöht den Eigenverbrauch um 10–15 Prozentpunkte.

Batteriespeicher: 8–12 kWh

Der Speicher überbrückt die Abend- und Nachtstunden. Die optimale Größe liegt bei 1,0–1,2 kWh pro kWp PV-Leistung. Für eine 12-kWp-Anlage sind das 10–12 kWh.

Wallbox: 11 kW

Eine 11-kW-Wallbox ist der Standard. Sie lädt ein E-Auto mit 50–60 km Reichweite pro Stunde und benötigt keine Genehmigung durch den Netzbetreiber (nur Anmeldepflicht). Wichtig: Die Wallbox sollte solaroptimiert sein — also die Ladeleistung an den aktuellen PV-Überschuss anpassen können.

Gesamtübersicht für ein Muster-EFH:

KomponenteEmpfohlene Größe
PV-Anlage13 kWp (ca. 75 m² Dachfläche)
Batteriespeicher10 kWh
Wärmepumpe8 kW thermisch (Luft-Wasser)
Warmwasserspeicher300 Liter
Pufferspeicher500 Liter
Wallbox11 kW, solaroptimiert
EnergiemanagementHEMS mit SG-Ready
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Energieflüsse im Jahresverlauf

Das Zusammenspiel der drei Systeme ändert sich mit den Jahreszeiten erheblich. Ein Verständnis der saisonalen Energieflüsse hilft bei der Planung und der realistischen Einschätzung der Autarkie.

Frühling (März – Mai): Die goldene Jahreszeit

Die PV-Anlage produziert bereits kräftig (3.000–4.000 kWh im Quartal), der Heizbedarf sinkt rapide. In dieser Phase wird das Gesamtsystem zum Netto-Einspeiser: Überschüssiger Strom fließt ins Netz oder füllt das E-Auto. Der Eigenverbrauchsanteil liegt bei 50–65 %, der Autarkiegrad bei 70–85 %.

Sommer (Juni – August): Maximale Eigenproduktion

Die PV-Anlage erreicht ihre Spitzenleistung (4.000–5.000 kWh im Quartal). Die Wärmepumpe verbraucht nur wenig Strom (Warmwasser). Das E-Auto kann fast ausschließlich mit Solarstrom geladen werden. Eigenverbrauchsquote: 40–55 % (viel Überschuss), Autarkiegrad: 90–100 %.

Tipp
Im Sommer besteht die Herausforderung darin, den Eigenverbrauch zu maximieren. Nutzen Sie Timer für Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler, um diese in die Mittagsstunden zu legen. Viele Energiemanagement-Systeme automatisieren das.

Herbst (September – November): Der Übergang

Die Solarproduktion sinkt (1.500–2.500 kWh im Quartal), der Heizbedarf steigt. Ab Oktober deckt die PV-Anlage nicht mehr den gesamten Strombedarf der Wärmepumpe. Der Netzbezug steigt. Eigenverbrauchsquote: 65–80 %, Autarkiegrad: 40–60 %.

Winter (Dezember – Februar): Die Herausforderung

In den drei dunkelsten Monaten produziert die PV-Anlage nur 600–1.200 kWh — während die Wärmepumpe 1.500–2.500 kWh verbraucht. Ohne Netzstrom geht es nicht. Eigenverbrauchsquote: 80–95 % (fast alles wird direkt verbraucht), Autarkiegrad: 15–30 %.

Jahresbilanz (Muster-EFH mit 13 kWp, 10 kWh Speicher, WP, E-Auto):

KennzahlWert
PV-Produktion gesamt13.000 kWh/Jahr
Gesamtstromverbrauch12.000 kWh/Jahr
Eigenverbrauch7.800 kWh (60 %)
Netzeinspeisung5.200 kWh (40 %)
Netzbezug4.200 kWh
Autarkiegrad65 %
Vermiedene CO2-Emissionenca. 5,5 t/Jahr
Achtung
100 % Autarkie über das gesamte Jahr ist in Deutschland ohne massive Überproduktion im Sommer und saisonale Speicherung nicht wirtschaftlich erreichbar. Ein Autarkiegrad von 60–70 % ist der wirtschaftliche Sweet Spot. Mehr dazu in unserem Artikel zur Autarkie mit Solar.

Die saisonale Schieflage lässt sich durch dynamische Stromtarife abmildern: Im Winter laden Sie das E-Auto nachts zu Börsenpreisen von 5–15 ct/kWh, im Sommer speisen Sie überschüssigen Solarstrom zu Spitzenpreisen ein.

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Gesamtkosten und Förderung

Die Investition in das Komplettsystem ist erheblich — wird aber durch staatliche Förderung und langfristige Einsparungen deutlich relativiert. Hier die detaillierte Kostenaufstellung.

Investitionskosten (brutto, vor Förderung):

KomponenteKosten
PV-Anlage 13 kWp (schlüsselfertig)15.000 – 19.000 €
Batteriespeicher 10 kWh5.000 – 9.000 €
Wärmepumpe Luft-Wasser 8 kW (inkl. Installation)18.000 – 25.000 €
Puffer- und Warmwasserspeicher2.000 – 4.000 €
Wallbox 11 kW (solaroptimiert, inkl. Installation)1.500 – 3.000 €
Energiemanagement-System500 – 1.500 €
Gesamt42.000 – 61.500 €

Verfügbare Förderung 2026:

FörderungBetrag
PV-Anlage: 0 % MwSt. (bereits im Preis)ca. 3.000 – 4.000 € Ersparnis
Wärmepumpe: BEG Grundförderung 30 %5.400 – 7.500 €
Wärmepumpe: Klimageschwindigkeitsbonus 20 %3.600 – 5.000 €
Wärmepumpe: Effizienzbonus 5 % (Propan)900 – 1.250 €
KfW-Zuschuss Wallbox (KfW 442)600 – 1.200 €
Gesamte Förderung13.500 – 18.950 €
Info
Für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 Euro kommt zusätzlich der Einkommensbonus von 30 % auf die Wärmepumpe hinzu. Das sind nochmals 5.400 – 7.500 Euro. In der Spitze reduziert sich die Investition damit um über 25.000 Euro.

Netto-Investition nach Förderung:

SzenarioNetto-Kosten
Ohne Einkommensbonus23.000 – 42.500 €
Mit Einkommensbonus17.600 – 35.000 €

Finanzierung:

Der KfW-Ergänzungskredit (Programm 358/359) bietet Zinssätze ab ca. 1,0 %. Bei einer Kreditsumme von 30.000 Euro und 20 Jahren Laufzeit ergibt das eine monatliche Rate von ca. 140–170 Euro — deutlich weniger als die monatliche Energiekostenersparnis.

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Wirtschaftlichkeit: Die 20-Jahres-Rechnung

Wie rechnet sich das Komplettsystem über 20 Jahre? Wir vergleichen zwei Szenarien: den konventionellen Haushalt (Gasheizung, Netzstrom, Verbrenner) mit dem Komplettsystem (PV + Wärmepumpe + E-Auto).

Szenario A: Konventionell (Gasheizung, Netzstrom, Benziner)

KostenpositionJährlichÜber 20 Jahre
Gasheizung (20.000 kWh × 12 ct/kWh)2.400 €48.000 €
Strom (4.000 kWh × 38 ct/kWh)1.520 €30.400 €
Benzin (15.000 km × 7 L × 1,85 €/L)1.943 €38.850 €
Wartung Gasheizung300 €6.000 €
Heizungserneuerung (nach 15 J.)10.000 €
Gesamt (ohne Preissteigerung)6.163 €133.250 €

Szenario B: Komplettsystem (PV + WP + E-Auto + Speicher)

KostenpositionJährlichÜber 20 Jahre
Investition (nach Förderung)35.000 €
Reststrom aus Netz (4.200 kWh × 38 ct)1.596 €31.920 €
Einspeisevergütung (5.200 kWh × 8,2 ct)– 426 €– 8.528 €
Wartung (WP + PV + Speicher)400 €8.000 €
Speicherersatz (nach 12–15 J.)4.000 €
Wechselrichterersatz (nach 12–15 J.)2.000 €
Gesamt1.570 €72.392 €

Ersparnis über 20 Jahre: 133.250 – 72.392 = 60.858 Euro

Tipp
Diese Rechnung ist konservativ: Sie geht von konstanten Energiepreisen aus. Bei einer realistischen jährlichen Preissteigerung von 3–4 % für Gas, Strom und Benzin steigt die Ersparnis auf 80.000 bis 100.000 Euro über 20 Jahre. Die Investition amortisiert sich dann bereits nach 8–10 Jahren.

Renditebetrachtung:

Die Rendite des Komplettsystems liegt bei 6–10 % pro Jahr (interner Zinsfuß / IRR). Das übertrifft die meisten konventionellen Geldanlagen bei vergleichsweise geringem Risiko — schließlich brauchen Sie Heizung, Strom und Mobilität in jedem Fall.

Zusätzliche Vorteile, die nicht in der Rechnung stehen:

  • Immobilienwertsteigerung: 15.000 – 40.000 Euro
  • Unabhängigkeit von Energiepreisschwankungen
  • CO2-Einsparung: ca. 110 Tonnen über 20 Jahre
  • Komfortgewinn durch Flächenheizung und leises E-Auto
  • Kein Ölgeruch, kein Tankstellenbesuch, kein Schornsteinfeger

Das Komplettsystem aus PV, Wärmepumpe und E-Auto ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch die klügste Entscheidung für Eigenheimbesitzer. Nutzen Sie unseren Solarrechner, um Ihre individuelle Wirtschaftlichkeit zu berechnen.

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