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Strom sparen 2026: 20 Tipps für weniger Energiekosten

Kombination|10 Min. Lesezeit|Hausbilanz Redaktion|9. Februar 2026
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Stromfresser im Haushalt identifizieren

Bevor Sie Strom sparen können, müssen Sie wissen, wo er verbraucht wird. Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt (4 Personen) verbraucht 4.000 bis 4.500 kWh pro Jahr — das sind bei 38 ct/kWh rund 1.500 bis 1.700 Euro jährlich. Doch die Verteilung überrascht viele.

Stromverbrauch nach Bereichen:

BereichAnteilkWh/JahrKosten/Jahr
Warmwasser (elektrisch)12–15 %500 – 650 kWh190 – 250 €
Kühlen und Gefrieren10–14 %400 – 600 kWh150 – 230 €
Waschen und Trocknen12–15 %500 – 650 kWh190 – 250 €
Kochen (Herd, Backofen)9–11 %370 – 480 kWh140 – 180 €
Beleuchtung8–10 %330 – 430 kWh125 – 165 €
Unterhaltung (TV, PC, Konsole)10–14 %400 – 600 kWh150 – 230 €
Standby-Verbrauch5–8 %200 – 350 kWh75 – 135 €
Sonstiges (Staubsauger, Bügeln, etc.)15–20 %600 – 850 kWh230 – 325 €
Achtung
Der versteckte Stromfresser Nummer 1 ist der Standby-Verbrauch. Fernseher, WLAN-Router, Spielekonsolen, Ladegeräte, smarte Lautsprecher — sie alle verbrauchen rund um die Uhr Strom, auch wenn sie scheinbar aus sind. In Summe sind das 200–350 kWh pro Jahr, also 75–135 Euro, die buchstäblich im Standby verglühen.

So messen Sie Ihren Verbrauch:

  • Strommessgerät (10–20 Euro): Zwischen Steckdose und Gerät stecken, 24 Stunden messen, Jahresverbrauch hochrechnen. Das beste Werkzeug, um die wirklichen Stromfresser zu finden.
  • Smart-Meter-Gateway: Falls Ihr Zähler intelligent ist, sehen Sie den Verbrauch in Echtzeit über eine App.
  • Energiemanagement-System: Ein HEMS zeigt nicht nur den Gesamtverbrauch, sondern kann einzelne Kreise und Geräte überwachen.

Die häufigsten Überraschungen beim Messen: Der alte Kühlschrank im Keller verbraucht 400 kWh/Jahr (150 Euro), der Gaming-PC im Standby zieht 80 kWh/Jahr, und der elektrische Handtuchtrockner im Bad verschlingt 200 kWh/Jahr. Oft lassen sich durch das Ersetzen oder Abschalten weniger Geräte 10–20 % des Gesamtverbrauchs einsparen.

Richtwerte: Ist Ihr Verbrauch normal?

HaushaltsgrößeNiedrigMittelHoch
1 Person< 1.500 kWh1.500 – 2.200 kWh> 2.200 kWh
2 Personen< 2.500 kWh2.500 – 3.500 kWh> 3.500 kWh
3 Personen< 3.000 kWh3.000 – 4.000 kWh> 4.000 kWh
4 Personen< 3.500 kWh3.500 – 4.500 kWh> 4.500 kWh

Wenn Ihr Verbrauch im Bereich „hoch" liegt, ist das Einsparpotenzial besonders groß — oft 500–1.000 kWh pro Jahr durch einfache Maßnahmen.

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10 Sofort-Tipps ohne Investition

Diese Tipps kosten nichts oder fast nichts, können aber sofort 200–500 Euro pro Jahr einsparen. Fangen Sie heute an.

Tipp 1: Standby-Verbrauch eliminieren Steckerleisten mit Schalter für TV, HiFi, Spielekonsole und PC-Arbeitsplatz verwenden. Ein Klick am Abend spart 50–100 Euro pro Jahr. Noch einfacher: Smarte Steckdosen mit Zeitschaltuhr, die nachts automatisch alles abschalten.

Tipp 2: Kühlschrank-Temperatur prüfen 7 °C im Kühlschrank und –18 °C im Gefrierfach sind optimal. Jedes Grad kälter erhöht den Stromverbrauch um ca. 6 %. Viele Kühlschränke sind auf 4–5 °C eingestellt — unnötig kalt.

Tipp 3: Waschmaschine bei 30 °C waschen Normal verschmutzte Wäsche wird bei 30 °C genauso sauber wie bei 60 °C — dank moderner Waschmittel. Die Heizung macht 80–90 % des Stromverbrauchs einer Waschmaschine aus. Allein dieser Tipp spart 50–80 kWh/Jahr.

Tipp 4: Wäschetrockner meiden Ein Wäschetrockner verbraucht 2–4 kWh pro Ladung. Bei 150 Ladungen im Jahr sind das 300–600 kWh (115–230 Euro). Die Wäscheleine ist kostenlos und schont die Kleidung.

Tipp 5: Deckel auf den Topf Kochen mit Deckel verbraucht bis zu 65 % weniger Energie. Die Herdplatte 5 Minuten vor Ende abschalten — die Restwärme reicht. Wasserkocher statt Herd zum Wassererhitzen verwenden.

Tipp
Der Wasserkocher ist 50 % effizienter als der Elektroherd zum Wasserkochen. Kochen Sie nur so viel Wasser, wie Sie wirklich brauchen — jeder unnötige Liter kostet ca. 0,5 Cent.

Tipp 6: Duschen statt Baden Eine 5-Minuten-Dusche verbraucht 30–50 Liter Warmwasser, ein Vollbad 120–180 Liter. Wer zweimal pro Woche vom Bad zur Dusche wechselt, spart 150–250 kWh/Jahr (wenn elektrisch erwärmt).

Tipp 7: WLAN-Router nachts abschalten Ein Router verbraucht 60–100 kWh/Jahr. Wenn niemand nachts im Internet ist (z. B. 23–6 Uhr), spart die Zeitschaltuhr 20–30 kWh/Jahr. Viele Router haben auch eine eingebaute Zeitsteuerung.

Tipp 8: Bildschirmhelligkeit reduzieren Moderne OLED-/LED-Fernseher verbrauchen bei maximaler Helligkeit 2–3× so viel wie bei mittlerer Einstellung. Die Bildqualität leidet kaum, aber der Verbrauch sinkt um 30–50 kWh/Jahr.

Tipp 9: Gefriertruhe statt Gefrierschrank Falls Sie Tiefkühlplatz brauchen: Eine Gefriertruhe verbraucht 30–40 % weniger als ein Gefrierschrank gleicher Größe, da die kalte Luft beim Öffnen nicht herausfällt.

Tipp 10: Eco-Programme nutzen Die Eco-Programme von Waschmaschine und Geschirrspüler dauern zwar länger, verbrauchen aber 30–50 % weniger Strom. Der Grund: niedrigere Wassertemperatur, aber längere Einwirkzeit. Nutzen Sie Eco immer, außer bei stark verschmutzter Wäsche.

Info
Allein diese 10 kostenlosen Tipps können in Summe 300–600 kWh pro Jahr einsparen — das sind 115–230 Euro. Hochgerechnet auf 20 Jahre sparen Sie 2.300–4.600 Euro, ohne einen einzigen Euro zu investieren.
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5 Investitions-Tipps: LED, Gerätetausch und Smart Home

Diese Maßnahmen erfordern eine Investition, amortisieren sich aber innerhalb weniger Monate bis Jahre und sparen dann dauerhaft.

Tipp 11: Komplett auf LED umrüsten (Investition: 50–150 Euro)

Falls Sie noch Halogen- oder gar Glühbirnen im Haus haben, ist der Tausch auf LED die schnellste Sparmaßnahme überhaupt. Eine 60-Watt-Glühbirne verbraucht 60 kWh/Jahr (bei 1.000 Stunden), eine vergleichbare LED nur 7 kWh. Bei 20 Leuchtstellen spart die Umrüstung 300–500 kWh/Jahr (115–190 Euro). Amortisation: unter 1 Jahr.

Tipp 12: Alten Kühlschrank / Gefrierschrank ersetzen (Investition: 400–800 Euro)

Ein Kühlschrank aus den 2000er-Jahren verbraucht 300–400 kWh/Jahr. Ein modernes A-Gerät kommt mit 80–130 kWh/Jahr aus. Einsparung: 200–300 kWh/Jahr (75–115 Euro). Der „Zweitkühlschrank" im Keller lohnt sich fast nie — abschalten spart sofort 150 Euro/Jahr.

Tipp
Das Energielabel hat sich 2021 geändert. Was früher A+++ war, ist heute nur noch C oder D. Achten Sie auf den kWh/Jahr-Wert auf dem Label — er ist aussagekräftiger als die Buchstabenklasse.

Tipp 13: Effiziente Waschmaschine und Trockner (Investition: 600–1.500 Euro)

Moderne Waschmaschinen verbrauchen 40–50 % weniger als Geräte, die älter als 10 Jahre sind. Ein Wärmepumpentrockner (statt Kondensationstrockner) spart 50 % Strom — das sind 150–250 kWh/Jahr. Wer einen alten Trockner ersetzt, spart pro Jahr 60–95 Euro.

Tipp 14: Smarte Thermostate und Zeitsteuerung (Investition: 100–300 Euro)

Smarte Heizkörperthermostate (z. B. Tado, Eve, AVM Fritz) senken den Heizenergieverbrauch um 10–20 %, indem sie nur dann heizen, wenn wirklich nötig ist. Fenster-auf-Erkennung, Abwesenheitssteuerung und Zeitpläne verhindern sinnloses Heizen. Bei Gasheizung spart das 100–300 Euro/Jahr, bei elektrischer Heizung noch mehr.

Tipp 15: Durchlauferhitzer durch Warmwasser-Wärmepumpe ersetzen (Investition: 2.000–3.500 Euro)

Ein elektrischer Durchlauferhitzer verbraucht 2.000–4.000 kWh/Jahr für Warmwasser — einer der größten Stromfresser im Haushalt. Eine Warmwasser-Wärmepumpe (Brauchwasser-WP) arbeitet mit einem COP von 3,0–3,5 und senkt den Verbrauch auf 600–1.200 kWh/Jahr. Einsparung: 1.000–2.800 kWh/Jahr (380–1.060 Euro). Amortisation: 3–5 Jahre.

Achtung
Bevor Sie einen Durchlauferhitzer ersetzen, prüfen Sie, ob nicht bald eine Heizungssanierung mit Wärmepumpe ansteht. Dann übernimmt die zentrale Wärmepumpe auch die Warmwasserbereitung — und eine separate Brauchwasser-WP wäre überflüssig.

Übersicht aller Investitions-Tipps:

MaßnahmeInvestitionEinsparung/JahrAmortisation
LED-Umrüstung (20 Leuchten)50 – 150 €115 – 190 €< 1 Jahr
Neuer Kühlschrank (A-Klasse)400 – 800 €75 – 115 €4 – 8 Jahre
Wärmepumpentrockner600 – 1.000 €60 – 95 €7 – 12 Jahre
Smarte Thermostate100 – 300 €100 – 300 €1 – 2 Jahre
Brauchwasser-Wärmepumpe2.000 – 3.500 €380 – 1.060 €3 – 5 Jahre
Gesamt3.150 – 5.750 €730 – 1.760 €3 – 5 Jahre
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Die Solaranlage als größter Hebel

Alle bisherigen Tipps sparen Strom oder senken den Verbrauch. Die Solaranlage geht einen Schritt weiter: Sie produziert Ihren eigenen Strom — und damit den größten Einzelhebel zur Senkung Ihrer Energiekosten.

Warum Solar der Game-Changer ist:

Mit den bisherigen 15 Tipps lässt sich der Stromverbrauch um 20–35 % senken. Das sind wichtige 300–600 Euro pro Jahr. Aber die Stromrechnung bleibt — Sie zahlen weiterhin 38 ct/kWh für jede verbrauchte Kilowattstunde.

Eine 10-kWp-Solaranlage erzeugt ca. 10.000 kWh pro Jahr. Mit einem Speicher verbrauchen Sie davon 5.000–6.000 kWh selbst. Diese Kilowattstunden kosten Sie effektiv nur 8–12 ct/kWh (Gestehungskosten der Anlage über 25 Jahre) — statt 38 ct/kWh aus dem Netz. Das ist eine Einsparung von 1.300–1.700 Euro pro Jahr.

SzenarioJährliche StromkostenEinsparung vs. Ausgangslage
Ohne Maßnahmen (4.500 kWh × 38 ct)1.710 €
Nach Spar-Tipps (3.200 kWh × 38 ct)1.216 €494 €
Mit PV 10 kWp, ohne Speicher780 €930 €
Mit PV 10 kWp + 10 kWh Speicher380 €1.330 €
Mit PV + Speicher + Spar-Tipps190 €1.520 €
Info
Die Kombination ist der Schlüssel: Erst den Verbrauch senken, dann mit Solar den Restbedarf selbst erzeugen. So brauchen Sie eine kleinere Anlage und einen kleineren Speicher — das spart Investitionskosten und maximiert die Wirtschaftlichkeit.

Die letzten 5 Tipps: Solar und Energiesystem

Tipp 16: Solaranlage installieren (Investition: 12.000–15.000 Euro, 0 % MwSt.) Die Basis. 10 kWp reichen für einen 4-Personen-Haushalt mit Eigenverbrauchsoptimierung. Amortisation: 7–10 Jahre, danach 15+ Jahre nahezu kostenloser Strom.

Tipp 17: Batteriespeicher ergänzen (Investition: 5.000–9.000 Euro) Erhöht den Eigenverbrauch von 30 % auf 60–70 %. Der Speicher verschiebt den Solarstrom in die Abend- und Nachtstunden.

Tipp 18: Dynamischen Stromtarif wählen (Investition: 0 Euro) Für den Reststrom aus dem Netz: Dynamische Tarife (Tibber, Awattar) bieten stundengenaue Börsenpreise. Waschen, Trocknen und E-Auto laden bei niedrigen Preisen spart weitere 50–150 Euro/Jahr.

Tipp 19: Energiemanagement-System einrichten (Investition: 500–1.500 Euro) Das HEMS orchestriert alle Komponenten und steigert den Eigenverbrauch um 10–15 Prozentpunkte. Amortisation: 2–4 Jahre.

Tipp 20: Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser (Investition: 15.000–25.000 Euro) Der letzte und größte Schritt: Die Wärmepumpe ersetzt Gas/Öl und nutzt den eigenen Solarstrom zum Heizen. Gesamteinsparung inkl. Heizkosten: 2.000–3.500 Euro/Jahr.

Tipp
Starten Sie mit den kostenlosen Sofort-Tipps und arbeiten Sie sich Schritt für Schritt zu den größeren Investitionen vor. Jeder Schritt finanziert den nächsten: Die Einsparungen aus LED und Standby-Vermeidung fließen in die Solaranlage, die Solarerträge finanzieren den Speicher, und am Ende steht ein Haus, das fast keinen Strom mehr zukaufen muss.

Ihre persönliche Spar-Roadmap:

1. Heute: Sofort-Tipps umsetzen (Standby, Waschtemperatur, Eco-Programme) → Einsparung: 200 €/Jahr 2. Monat 1: LED-Umrüstung und Strommessgerät kaufen → Einsparung: +150 €/Jahr 3. Monat 3: Smarte Thermostate installieren → Einsparung: +150 €/Jahr 4. Monat 6: Solaranlage planen und installieren → Einsparung: +1.200 €/Jahr 5. Jahr 2: Speicher nachrüsten → Einsparung: +400 €/Jahr 6. Jahr 3–5: Wärmepumpe und E-Auto → Einsparung: +2.000 €/Jahr

Gesamteinsparung nach vollständiger Umsetzung: 4.100 Euro pro Jahr — gegenüber einer konventionellen Ausgangslage. Über 20 Jahre sind das über 80.000 Euro.

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