← Ratgeber
Wärmepumpe

Wärmepumpe vs. Gasheizung: Der große Kostenvergleich 2026

Wärmepumpe|13 Min. Lesezeit|Hausbilanz Redaktion|9. Februar 2026
01

Anschaffungskosten im Vergleich

Der erste Blick fällt meist auf die Anschaffungskosten — und hier hat die Gasheizung auf den ersten Blick die Nase vorn. Doch die Rechnung ändert sich, wenn man die BEG-Förderung für Wärmepumpen berücksichtigt.

Investitionskosten (120 m² Einfamilienhaus, 10 kW Heizlast):

KostenfaktorGas-BrennwertLuft-Wasser-WPSole-Wasser-WP
Heizgerät4.500 – 7.000 €8.000 – 14.000 €10.000 – 16.000 €
Pufferspeicher1.000 – 2.000 €1.500 – 3.000 €1.500 – 3.000 €
Installation / Hydraulik2.000 – 3.500 €2.500 – 4.000 €2.500 – 4.000 €
Schornsteinsanierung / Abgassystem1.000 – 2.500 €
Fundament / Außenaufstellung500 – 1.500 €
Erdsondenbohrung6.000 – 12.000 €
Elektroinstallation200 – 500 €1.000 – 2.000 €1.000 – 2.000 €
Demontage alte Heizung500 – 1.000 €500 – 1.500 €500 – 1.500 €
Brutto-Investition9.200 – 16.500 €14.000 – 26.000 €22.000 – 38.500 €

Nach BEG-Förderung (50% bei Austausch fossiler Heizung > 20 Jahre):

SystemBruttoBEG-Zuschuss**Netto**
Gas-Brennwert12.000 €0 €*12.000 €
Luft-Wasser-WP20.000 €–10.000 €10.000 €
Sole-Wasser-WP30.000 €–15.000 €15.000 €

*Gasheizungen erhalten keine BEG-Förderung.*

Info
Nach Abzug der BEG-Förderung ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe günstiger in der Anschaffung als eine neue Gas-Brennwerttherme. Das ist vielen Hauseigentümern nicht bewusst. Die Förderung von bis zu 70% macht den Preisunterschied mehr als wett.

Hinzu kommt: Eine neue Gasheizung, die 2026 eingebaut wird, muss möglicherweise innerhalb der nächsten 10–15 Jahre erneut ersetzt werden, wenn das GEG in Ihrer Kommune greift. Das bedeutet doppelte Investitionskosten. Eine Wärmepumpe ist dagegen GEG-konform und zukunftssicher.

02

Laufende Kosten: 20-Jahres-Vergleich

Bei den laufenden Kosten wird der Vergleich erst richtig spannend. Die Energiepreise entwickeln sich für Gas und Strom unterschiedlich — und genau hier liegt der langfristige Vorteil der Wärmepumpe.

Aktuelle Energiepreise (Stand Februar 2026):

EnergieträgerPreis/kWhErwartete jährliche Steigerung
Erdgas0,12 – 0,14 €/kWh3 – 5% (CO2-Preis, Gasumlage)
Wärmepumpenstrom0,27 – 0,31 €/kWh1 – 2% (Ausbau Erneuerbare)
Haushaltsstrom0,34 – 0,38 €/kWh1 – 2%
PV-Eigenstrom0,07 – 0,10 €/kWh0% (fixe Gestehungskosten)

Jährliche Heizkosten im 1. Jahr (16.000 kWh Wärmebedarf):

SystemEnergieverbrauchKosten EnergieWartung**Gesamt/Jahr**
Gasheizung (η=92%)17.400 kWh Gas2.090 €250 €2.340 €
Luft-WP (JAZ 3,0)5.330 kWh Strom1.600 €200 €1.800 €
Luft-WP + PV (30% Eigen)3.730 kWh Netz1.120 €200 €1.320 €
Sole-WP (JAZ 4,0)4.000 kWh Strom1.200 €180 €1.380 €

20-Jahres-Kostenvergleich (kumuliert):

Wir rechnen mit 4% jährlicher Gaspreissteigerung und 1,5% Strompreissteigerung. Wartungskosten bleiben real konstant.

JahrGasheizung (kumuliert)Luft-WP (kumuliert)Luft-WP + PV (kumuliert)
Jahr 12.340 €1.800 €1.320 €
Jahr 512.700 €9.300 €6.850 €
Jahr 1028.500 €19.100 €14.100 €
Jahr 1548.200 €29.500 €21.900 €
Jahr 2072.800 €40.600 €30.200 €
Achtung
Die Gaspreisentwicklung ist der größte Unsicherheitsfaktor. Bei einer Steigerung von nur 2% pro Jahr sind die 20-Jahres-Gaskosten "nur" 57.000 €. Bei 6% pro Jahr — durchaus realistisch in Krisenszenarien — steigen sie auf 92.000 €. Die Wärmepumpe schützt Sie vor diesem Preisrisiko.

Die Ersparnis über 20 Jahre: - Luft-WP vs. Gasheizung: 32.200 € Ersparnis - Luft-WP + PV vs. Gasheizung: 42.600 € Ersparnis - Sole-WP vs. Gasheizung: 38.800 € Ersparnis

Diese Ersparnisse übersteigen die höheren Anschaffungskosten der Wärmepumpe bei Weitem. Die Amortisation der Mehrinvestition liegt bei 6–10 Jahren — selbst ohne Förderung. Mit Förderung verkürzt sich die Amortisation auf 3–6 Jahre.

03

CO2-Bilanz im Vergleich

Neben den Kosten spielt die Klimabilanz eine immer wichtigere Rolle — nicht nur aus ökologischer Überzeugung, sondern auch wegen des steigenden CO2-Preises, der die Gaskosten weiter verteuern wird.

CO2-Emissionen pro Jahr (16.000 kWh Wärmebedarf):

SystemCO2-Emissionen/JahrVergleich
Ölheizung5.400 kg CO2Referenz (höchste)
Gasheizung3.600 kg CO2–33% vs. Öl
Luft-WP (Netzstrom)1.700 kg CO2–69% vs. Öl
Luft-WP (Ökostrom)850 kg CO2–84% vs. Öl
Luft-WP + PV (30% Eigen)1.200 kg CO2–78% vs. Öl
Sole-WP (Netzstrom)1.280 kg CO2–76% vs. Öl
Sole-WP + PV750 kg CO2–86% vs. Öl

*Berechnung mit deutschem Strommix 2026: ~320 g CO2/kWh. PV-Eigenstrom: 0 g CO2/kWh.*

Die Wärmepumpe reduziert den CO2-Ausstoß gegenüber Gas um 50–70% — bereits mit dem aktuellen Strommix. Da der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix kontinuierlich steigt (aktuell ca. 55%, Ziel 2030: 80%), verbessert sich die CO2-Bilanz der Wärmepumpe automatisch mit jedem Jahr.

Der CO2-Preis als Kostenfaktor: Seit 2021 wird in Deutschland ein CO2-Preis auf fossile Brennstoffe erhoben. Die Entwicklung:

JahrCO2-Preis/TonneAufschlag Gas/kWh
202445 €+0,9 Cent
202555 €+1,1 Cent
202665 €+1,3 Cent
2030 (geplant)100 – 150 €+2,0 – 3,0 Cent
Info
Bei einem CO2-Preis von 130 €/Tonne (realistisch für 2030) verteuert sich Gas um weitere 2,6 Cent/kWh. Für ein Einfamilienhaus mit 18.000 kWh Gasverbrauch bedeutet das 468 Euro Mehrkosten pro Jahr — allein durch den CO2-Preis. Dieser Effekt ist in den meisten Heizkostenvergleichen noch nicht vollständig berücksichtigt.

Über 20 Jahre vermeidet eine Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung rund 40–50 Tonnen CO2. Das entspricht etwa 15 Langstreckenflügen Frankfurt–New York. Zusätzlich spart der niedrigere CO2-Ausstoß über den CO2-Preis bares Geld — ein Vorteil, der mit steigendem CO2-Preis jedes Jahr wächst.

04

Fördersituation 2026

Die aktuelle Förderlandschaft bevorzugt Wärmepumpen massiv gegenüber Gasheizungen. Das ist politisch gewollt und wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern.

Fördervergleich im Überblick:

FörderprogrammGasheizungWärmepumpe
BEG-GrundförderungKeine Förderung30% Zuschuss
Klimageschwindigkeitsbonus+20% (bei Austausch > 20 Jahre)
Effizienzbonus+5% (natürl. Kältemittel/Erdwärme)
Einkommensbonus+30% (Einkommen < 40.000 €)
Maximaler Fördersatz0%70%
KfW-ErgänzungskreditNicht verfügbarBis 120.000 € zinsgünstig
Steuerbonus (§ 35c EStG)20% über 3 Jahre20% über 3 Jahre (alternativ zu BEG)

Konkretes Förderbeispiel:

Ein Hauseigentümer (Haushaltseinkommen 50.000 €) tauscht seine 25 Jahre alte Gasheizung gegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel.

FörderbausteinSatzBetrag (bei 22.000 € Kosten)
Grundförderung30%6.600 €
Klimageschwindigkeitsbonus20%4.400 €
Effizienzbonus (natürl. Kältemittel)5%1.100 €
Gesamtförderung55%12.100 €
Eigenanteil9.900 €
Tipp
Bei einem Haushaltseinkommen unter 40.000 € kommt der Einkommensbonus von 30% hinzu — die Gesamtförderung steigt auf 70% (gedeckelt). Der Eigenanteil für eine 22.000-€-Wärmepumpe beträgt dann nur noch 6.600 €. Das ist weniger als eine neue Gasheizung ohne Förderung kostet.

Warum Gasheizungen nicht gefördert werden: Die Bundesregierung hat sich im Klimaschutzgesetz verpflichtet, den Gebäudesektor bis 2045 klimaneutral zu machen. Neue fossile Heizungen widersprechen diesem Ziel und erhalten daher keine Förderung mehr. Im Gegenteil: Der steigende CO2-Preis verteuert den Gasbetrieb gezielt.

Kommunale Zusatzförderung: Viele Städte und Landkreise bieten zusätzliche Förderprogramme für Wärmepumpen: - München: Bis zu 3.000 € zusätzlich - Hamburg: Bis zu 5.000 € zusätzlich - Stuttgart: Bis zu 2.500 € zusätzlich - Freiburg: Bis zu 4.000 € zusätzlich

Diese kommunalen Zuschüsse sind in der Regel mit der BEG-Förderung kombinierbar, solange die Gesamtförderung 90% der Investitionskosten nicht übersteigt.

05

Zukunftssicherheit: Gaspreisentwicklung und regulatorische Risiken

Neben den reinen Kosten sollte die Zukunftssicherheit ein zentrales Entscheidungskriterium sein. Hier unterscheiden sich Wärmepumpe und Gasheizung fundamental.

Gaspreisrisiken:

Die Gaspreise unterliegen starken Schwankungen und geopolitischen Risiken. Die Erfahrung der Energiekrise 2022/2023 hat gezeigt, wie schnell sich Gaspreise verdreifachen können. Strukturelle Faktoren für weiter steigende Gaspreise:

  • CO2-Preis: Steigt gesetzlich festgelegt auf 100+ €/Tonne bis 2030
  • LNG-Abhängigkeit: Deutschland importiert zunehmend teures Flüssiggas statt russisches Pipeline-Gas
  • Sinkende Nachfrage: Weniger Gaskunden bedeuten höhere Netzentgelte pro verbleibendem Kunden (sog. "Todesspirale")
  • EU-Regulierung: Die EU plant ein Verbot neuer Gasanschlüsse in Neubaugebieten ab 2030
  • Gasnetz-Rückbau: Kommunen werden langfristig Gasnetze stilllegen, wenn zu wenige Kunden verbleiben
Achtung
Das Risiko einer Gasnetz-Stilllegung ist real. Wenn in Ihrer Straße nur noch wenige Haushalte Gas beziehen, kann der Netzbetreiber den Anschluss wirtschaftlich nicht mehr aufrechterhalten. Im schlimmsten Fall müssen Sie dann unter Zeitdruck eine neue Heizung einbauen — ohne die aktuell günstigen Förderbedingungen.

Strompreisausblick: Im Gegensatz zu Gas entwickeln sich die Strompreise tendenziell stabil bis sinkend: - Der Ausbau von Wind- und Solarenergie senkt die Börsenstrompreise - Netzentgelte steigen kurzfristig (Netzausbau), stabilisieren sich aber langfristig - Dynamische Tarife ermöglichen es, Wärmepumpen gezielt zu günstigen Zeiten zu betreiben - PV-Eigenverbrauch macht Sie unabhängig vom Strompreis

GEG als regulatorisches Risiko für Gasheizungen: Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, geht ein regulatorisches Risiko ein: - Die kommunale Wärmeplanung kann dazu führen, dass die Gasheizung nach Ablauf der Übergangsfrist durch eine erneuerbare Heizung ersetzt werden muss - Die Verschärfung des CO2-Preises ist gesetzlich vorgesehen - Ein Betriebsverbot für fossile Heizungen ab 2045 ist im Klimaschutzgesetz verankert - Der Wiederverkaufswert eines Hauses mit Gasheizung sinkt, da Käufer die zukünftige Heizungsinvestition einpreisen

Wertentwicklung der Immobilie: Studien zeigen, dass Gebäude mit Wärmepumpe und guter Energiebilanz 5–10% höhere Verkaufspreise erzielen als vergleichbare Gebäude mit fossiler Heizung. In energetisch sanierten Quartieren ist der Preisaufschlag noch deutlicher. Die Investition in eine Wärmepumpe ist also auch eine Investition in den Immobilienwert.

06

Fazit: Wann Wärmepumpe, wann Gas?

Nach Abwägung aller Faktoren — Anschaffung, laufende Kosten, Förderung, CO2-Bilanz und Zukunftssicherheit — ergibt sich ein klares Bild. Hier unsere ehrliche Empfehlung:

Wärmepumpe ist die bessere Wahl, wenn: - Sie Ihre Heizung ohnehin tauschen müssen (Defekt, Alter > 20 Jahre) - Ihnen Zukunftssicherheit und Unabhängigkeit wichtig sind - Sie die BEG-Förderung nutzen können (bis zu 70%) - Ihre Vorlauftemperatur unter 55°C liegt (oder durch Maßnahmen gesenkt werden kann) - Sie eine PV-Anlage haben oder planen - Sie in einem Gebiet wohnen, das laut Wärmeplanung nicht an ein Wärmenetz angeschlossen wird - Sie den Immobilienwert Ihres Hauses steigern wollen

Gasheizung könnte (kurzfristig) sinnvoll sein, wenn: - Ihre aktuelle Heizung irreparabel defekt ist und sofort ein Ersatz nötig ist — aber kein Wärmepumpen-Installateur verfügbar - Ihr Gebäude eine Vorlauftemperatur von über 65°C benötigt und keine Dämmmaßnahmen möglich sind - Sie in einem ausgewiesenen Wasserstoff-Netzgebiet wohnen und eine H2-Ready-Gasheizung einbauen (Achtung: hohes Risiko, dass das Wasserstoffnetz nicht kommt) - Sie über 80 Jahre alt sind und das Gebäude selbst bewohnen (GEG-Härtefall)

Tipp
Unsere klare Empfehlung für 2026: In 9 von 10 Fällen ist die Wärmepumpe die wirtschaftlich und strategisch bessere Entscheidung. Die Kombination aus historisch hoher Förderung, steigenden Gaspreisen und zunehmender Regulierung macht den Umstieg so attraktiv wie nie zuvor. Wer jetzt handelt, profitiert von den besten Förderbedingungen — und spart ab dem ersten Tag Heizkosten.

Der Gesamtvergleich auf einen Blick:

KriteriumGasheizungWärmepumpeVorteil
Anschaffung (netto nach Förderung)12.000 €10.000 €WP
Laufende Kosten/Jahr2.340 €1.800 €WP
20-Jahres-Kosten (gesamt)92.400 €73.300 €*WP
CO2-Emissionen/Jahr3.600 kg1.700 kgWP
Förderung0%Bis 70%WP
GEG-konformNein (Übergangsfrist)JaWP
ZukunftssicherheitNiedrigHochWP
ImmobilienwertNeutral/negativ+5–10%WP

*Luft-WP + PV + Speicher, inkl. Speicher-Ersatz in Jahr 12.*

Nutzen Sie unseren Wärmepumpen-Rechner für Ihren persönlichen Kostenvergleich — mit individueller Heizlast, Fördersatz und 20-Jahres-Prognose.

Berechnen Sie Ihren Heizungstausch

Kostenloser Wärmepumpen-Rechner mit 3-Wege-Vergleich und BEG-Förderung

Wärmepumpen-Rechner starten